Neuigkeiten von der Messe: ab Herbst kann man eine Brille für 799.- Euro kaufen. Aber nicht irgendeine Brille - wenn man die Brille aufsetzt, sieht man eine 20 Meter-Leinwand. Natürlich in HD - und in 3D.
Unglaublich das die Brille für nur 799,- Euro erhältlich sein wird. Die Fachpresse ist begeistert.
Netzwelt.de zur Brille:
Wer diese Brille auf dem Kopf trägt, kann sich enormer Aufmerksamkeit sicher sein: Auf der diesjährigen Internationalen Funkausstellung in Berlin (IFA) überraschte Sony mit der Vorstellung einer 3D-Brille, die dem Nutzer eine 20 Meter große Kinoleinwand vorgaukelt. Netzwelt konnte die Brille bereits ausprobieren, sich einen 3D-Spielfilm ansehen und eine Runde Playtstation 3 spielen. Die gute Nachricht vorab: Kopfschmerzen bekamen wir dieses Mal nicht.
Ein weißes Band umgibt die Augen, in der Mitte pulsiert eine blaue LED. Drumherum viele Neugierige, Messetrubel, Blitzlichtgewitter. Obwohl die Augen von mindestens 30 Personen auf uns gerichtet sind, bekommen wir von all dem nichts mit, denn wir schauen uns einen Spielfilm in 3D an. Täuschend echte Explosionen aus dem 5.1-Kopfhörer übertönen mühelos das Sprachgewirr in den Messehallen.
Diese Brille hatte wohl kein Messebesucher so wirklich auf dem Plan, dennoch zieht sie mühelos die Blicke auf sich. Sony verpackt ein ganzes Heimkino in diesem futuristisch anmutenden Apparat. Und das funktioniert so: Die Bilder zweier etwa briefmarkengroßer Mini-OLED-Displays mit einer satten Auflösung von jeweils 2,8 Millionen Bildpunkten und einer Reaktionszeit von nur 0,01 Millisekunden fügen sich im Kopf des Betrachters zu einem großen Ganzen zusammen.
20 Meter Leinwand quer im Kopf
Sony spricht von einer virtuellen Kinoleinwand von 20 Meter Größe, die sich im Kopf des Nutzers aufbaut. Solche Vergleiche sind ein wenig müßig, abstreiten wollen wir es aber ebenfalls nicht. Denn das gesamte Sichtfeld wird beim Druck auf Play zum Kopfkino in 3D. Über ein kleines Steuerkreuz an der Brillenunterseite kann der Nutzer Zusatzoptionen aufrufen und etwa Einfluss auf den Klang und die dreidimensionale Darstellung nehmen.
Der 3D-Effekt der HMZ-T1 ist beeindruckend, vor allem weil er nahezu ohne nervige Geisterbilder präsentiert wird. Ein mechanischer Schieber an der Brillenunterseite verändert bei Bedarf zudem den Abstand der beiden Einzelbildschirme. An der Ergonomie hapert es dennoch. Zwar lässt sich die Bügellänge variieren, eine wirklich bequeme Trageposition konnte netzwelt dennoch nicht finden. Auch fehlte bei unserem Testmodell der rückseitige Befestigungsgurt für den Hinterkopf, sodass wir die Brille stets mit einer Hand sichern mussten. Laut Sony wird dies bei der finalen Fassung der 3D-Brille aber nicht mehr der Fall sein. Ob man dann aber wirklich vergessen kann, dass man eine Hightech-Brille auf dem Kopf hat, ist fraglich, denn das bislang nicht näher benannte Gewicht ist schon beträchtlich - obwohl die Brille fast vollständig aus Kunststoff besteht.
Weiterer Nachteil: Die Inhalte werden derzeit noch über einen Signalgeber in Form einer kleinen schwarzen Box bereitgestellt. Über einen HDMI-Anschluss finden Blu-ray-Player oder Playstation 3 Anschluss an die Brille. Apropos Playstation: Eine Runde Killzone 3 in 3D und mit Brille hinterließ nachhaltigen Eindruck beim testenden Redakteur. Als er die Brille absetzte, waren drei, vier bewusst tiefe Atemzüge nötig, um ohne Gefahr für andere den Abgang vom Stand wagen zu können.
Preis und Verfügbarkeit
Sony plant, die 3D-Brille HMZ-T1 im Herbst dieses Jahres in Deutschland auf den Markt zu bringen. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 799,99 Euro. Einen netzwelt-Mitschnitt der Live-Berichterstattung der Sony-Pressekonferenz, auf der viele weitere Neuheiten vorgestellt wurden.


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