Für alle, die sich wie ich die Frage stellen FiFa oder Pro Evo???
Quelle: Game Pro
Fifa 11 vs. Pro Evolution Soccer 2011 - Vorschau
Das spannendste Fußball-Duell seit Jahren
Wir haben Fifa 11 sowie Pro Evolution Soccer 2011 angespielt und klären in unserem großen Vergleich, welche Fußball-Simulation in welcher Kategorie die Nase vorn hat.
Von Michael Graf
Mit FIFA 11 sowie Pro Evolution Soccer 2011 erscheinen im Herbst turnusgemäß die Saison-Neuauflagen der beiden großen Fußball-Serien. Okay, das ist keine große Überraschung. Allerdings wird das Duell zwischen EA Sports und Konami dieses Jahr so spannend ausfallen wie schon lange nicht mehr. Denn Fifa 11 schließt in Sachen Realismus deutlich zu Pro Evolution Soccer 2011 auf – das jedoch ebenfalls spürbare Fortschritte macht. Wir haben beide Fußball-Simulationen angespielt und vergleichen sie in den wichtigsten Kategorien.
Grafik
Fifa 11 basiert endlich auf der schönen Konsolenversion.
FIFA 11: Optisch legt die FIFA-Serie in diesem Jahr gegenüber den ohnehin schon gelungenen Vorgängern FIFA 10 und FIFA WM Südafrika 2010 noch eine Schippe drauf. Der Detailgrad der Kicker und Stadien wurde verbessert, auch die Animationen sehen vielfältiger und realistischer aus.
Die Animationen von PES 2011 sind noch flüssiger als die von Fifa 11.
Pro Evolution Soccer 2011: Auch wenn Konamis Fußballserie optisch keine großen Sprünge macht und farbärmer wirkt als FIFA 11, hat es bei den detaillierten Spielergesichtern immer noch die Nase vorn. Zudem hat der Entwickler Konami einen Großteil der Animationen überarbeitet, die Bewegungen fallen noch flüssiger aus als in FIFA 11.
Taktiken
In Fifa 11 bestimmen Schieberegler, ob Ihr Team eher aggressiv oder vorsichtig verteidigt.
FIFA 11: Eigene Formationen lassen sich wieder nur außerhalb von Partien erstellen. Die Teamstile aus dem Vorgänger hat EA Sports gestrichen, dafür dürft ihr eurer Mannschaft ähnlich wie in Pro Evolution Soccer taktische Anweisungen über Schieberegler geben – etwa, ob die Jungs eher aggressiv oder vorsichtig verteidigen sollen.
DIe KI-Kicker halten sich auch in PES 2011 an taktische Vorgaben.
Pro Evolution Soccer 2011: In Sachen Taktikoptionen thront die Serie seit Jahren unangefochten an der Tabellenspitze. Auch der 2011er-Jahrgang bietet viel mehr Einstellmöglichkeiten als FIFA, darunter auch wieder die nützlichen Taktik-Schieberegler aus Pro Evolution Soccer 2010. Die überflüssigen Spieler-Talentkarten gibt's nicht mehr, dafür dürft ihr eurem Team nun für unterschiedliche Phasen einer Partie taktische Anweisungen geben. Zum Beispiel: »Wenn wir zwischen der 75. und 90. Minute zurückliegen, müsst ihr stürmen, als ob's kein morgen gäbe.«
Bedienung
Zweikämpfe fühlen sich in Fifa 11 realistischer an.
FIFA 11: Die Stellung zum Ball und die Schusshaltung sind in FIFA 11 weniger wichtig als in Pro Evolution Soccer 2011, uns gelangen viele Tore aus der Drehung. Dafür fühlen sich die Zweikämpfe realistischer an als im Vorgänger, weil die Spieler bei Kollisionen richtig miteinander rangeln – ein großer Fortschritt.
Tricks wie Übersteiger können Sie in PES 2011 zu Kombos verketten.
Pro Evolution Soccer 2011: Bei Zuspielen ladet ihr nun eine Kraftleiste auf, bei Pässen in den Raum müsst ihr viel genauer zielen. Beides erfordert Übung, ermöglicht dann aber vielfältigere Pässe – klasse! Tricks wie Übersteiger können wir nun zu Kombos verketten, die wir mit nur einer Stick-Bewegung ausführen. Kluge Pässe sind aber effektiver.
KI
Die Mitspieler sind in Fifa 11 nicht schlauer geworden. Dümmer aber auch nicht.
FIFA 11: Die Mit- und Gegenspieler sind nicht viel klüger geworden, auf den Flanken verteidigen die Rivalen nach wie vor etwas nachlässig. Die Schiedsrichter pfeifen meist nachvollziehbar, leisten sich manchmal aber auch Schnitzer. Einmal etwa sahen wir nach einem verstolperten Torschuss Rot, weil wir einen Gegenspieler traten.
Die kleinlichen Schiris pfeifen in PES 2011 nicht nur solche groben Fouls, sondern jede Rempelei.
Pro Evolution Soccer 2011: Auch hier hat sich bei der KI wenig getan, was aber nicht schlimm ist. Denn die Gegner verteidigen und attackieren klug, unsere Mitspieler halten sich an taktische Vorgaben. Insgesamt hinterließ die KI einen besseren Eindruck als die von FIFA 11, wären da nicht die wirren Torhüter, die gerne mal daneben greifen. Außerdem stören die kleinlichen Schiris, die jede Rempelei pfeifen.
Realismus
Die Ballphysik von Fifa 11 macht einen guten Eindruck.
FIFA 11: Dank der vielfältigeren Animationen und des flüssigeren Spielablaufs gewinnt FIFA 11 an Realismus. Auch die Ballphysik macht einen guten Eindruck, seltsame Abpraller kamen in unseren Probepartien nicht vor. Die FIFA-Serie hat also gewaltig aufgeholt, auch wenn Pro Evolution Soccer 2011 noch ein bisschen »echter« wirkt.
Das Spieltempo lässt sich auch während einer Partie umstellen.
Pro Evolution Soccer 2011: Neben den flüssigeren und »echteren« Animationen sowie der guten Ballphysik profitiert Pro Evolution Soccer 2011 vor allem von einer unscheinbaren Änderung: Das Spieltempo lässt sich in fünf Stufen regeln. Damit erübrigt sich endlich der seit Jahren erhobene Vorwurf, das Spiel laufe schneller als richtiger Fußball.
Lizenzen
In Fifa 11 natürlich wieder mit dabei: alle Bundesligisten, hier Werder Bremen und der FC Bayern.
Fifa 11: EA Sports' Fußball-Neuauflage wird keine neuen Lizenzen bieten, aber das ist sowieso kaum noch möglich: Bereits der Vorgänger umfasste alle halbwegs beliebten Ligen, von der zweiten deutschen bis zur ersten russischen. Original-Wettbewerbe wie die Champions League hat dafür nur Pro Evolution Soccer 2011.
PES 2011 bietet viel weniger Originalvereine und -spieler als Fifa 11.
Pro Evolution Soccer 2011: Konami bietet wieder die lizenzierte Champions League sowie die Europa League, hinzu kommt erstmal die Copa Libertadores, der wichtigste südamerikanische Pokalwettbewerb samt seiner Originalvereine. Der »Werde zur Legende«-Modus enthält nun zudem den UEFA Super Cup. Außerdem haben sich die Entwickler die Vereinsrechte am FC Bayern gesichert, der aber wohl der einzige Bundesligist in Pro Evolution Soccer 2011 bleibt.
Fazit
Dass die FIFA-Serie bei den Lizenzen weiter vornweg dribbelt – geschenkt. Allerdings hat EA Sports auch beim Realismus kräftig Richtung Pro Evolution Soccer aufgeholt. Dessen Stärke liegt nach wie vor im taktischen Tiefgang, zudem wirken der Spielablauf und die Animationen des Konami-Titels realistischer als in FIFA 11 – aber nur noch ein Quäntchen. Kurzum: Hier erwarten uns zwei exzellente Fußball-Simulationen. Welche letztlich gewinnt, wird erst der Test zeigen. FIFA 11 erscheint am 3. September, Pro Evolution Soccer 2011 im Oktober.


Mit Zitat antworten







