Eurogamer Vorschau
Perfekt animierte Pferde? Check.
Interessante Charaktere? Check.
Packende Story? Check.
Glaubwürdiger ***? Check.
Geniales Waffenhandling mit Euphoria-Physik? Check.
Bombastische Spielwelt? Check.
Was fehlt eigentlich noch, um Red Dead Redemption in einen absoluten Hitkandidaten zu verwandeln?
Genau, eigentlich nichts, aber Rockstar wäre nicht Rockstar, wenn sie nicht noch einen oben draufsetzen.
Deshalb gibt es dazu passend einen wirklich sinnvollen Multiplayer-Modus, der mehr bietet als den üblichen Deathmatch-Mist.
Ein Spiel im Spiel, das die komplette Bandbreite von rollenspielartigem Erfahrungspunkte-System über Acht-Spieler-Koop-Mission bis hin zu taktischen Mehrspieler-Gefechten á la Battlefield nutzt.
Kein Modus-Overkill wie bei Grand Theft Auto IV, sondern sechs sinnvolle Mehrspieler-Erfahrungen, die so ziemlich jeden Geschmack zufriedenstellen sollten.
Klar, im Vordergrund steht dabei der Spaßfaktor.
Nicht alles, was wir in London anspielen durften, war schon ausbalanciert oder vollkommen frei von Bugs.
Doch selbst wenn man von einer einfachen Mauser-Pistole das zehnte Mal von hinten flachgelegt wurde, sorgten die unglaublich vielen „What the fuck“-Momente für Lachsalven, die den Anspielraum zum Beben brachten.
Das fängt damit an, dass man als Anfänger erst einmal mit einem Esel durch die Gegend reitet und sich erst nach und nach schicke Rennpferde erspielt Geht mit den witzigen Shootouts weiter, in denen sich bis zu 16 Spieler gegenüberstehen und auf Kommando einen Kugelhagel über den Bildschirm jagen, der selbst Serious Sam alt aussehen lässt.
Und hört damit auf, dass die Entwickler es geschafft haben, den Dead-Eye-Modus packend in das Multiplayer-Gameplay zu integrieren.
Den Anfang macht aber eine ungewöhnliche Lobby.
Anstatt eines öden Chatfensters werdet ihr sofort in eine Stadt gebeamt und könnt euch mit euren bis zu sieben Mitstreitern prügeln.
Während ihr euch entspannt die Fresse poliert, sucht der Anführer dieser Acht-Mann-Posse einen Spielmodus heraus und lässt die Truppe abstimmen.
Zur Auswahl stehen erst einmal der Free-Roam-Modus, Free For All, Deathmatch und Team Deathmatch.
Noch dazu die packende Jagd nach Gold in einer Jeder-gegen-Jeden-Variante und einem gewaltigen Team-Match.
Außerdem kann man sich in diesem Mehrspieler-Limbo in Ruhe und Frieden einen der freigespielten Charaktere aussuchen, das Arsenal, die Pferdesammlung und die eigene Statistik bestaunen.
Die Figuren sind dabei thematisch geordnet, um farblich abgestimmte Gefechte zu erlauben.
Ihr trefft auf Minenarbeiter, Soldaten, mexikanische Rebellen und Rednecks - oft einer hässlicher als der andere.
Maximal können 16 Spieler eine solche Multiplayer-Instanz betreten und sich dort frei austoben.
Jeweils acht werden dabei einer Posse zugeordnet, die wiederum von einem Anführer geleitet wird.
Der Free-Roam-Modus klingt dabei zumindest auf den ersten Blick am spannendsten.
Gemeinsam mit euren Kollegen durchstreift ihr die komplette Spielwelt von Red Dead Redemption.
Der Bandenchef legt Ziele fest und verteilt Wegpunkte.
Neben selbstgemachten Wettrennen, Schießwettbewerben und der Jagd von Wildtieren könnt ihr spezielle Aufträge annehmen.
Diese reichen von der Ausräucherung einer Räuberbande (Lawbringer-Challenge) über die Flucht vor dem Gesetz (Qutlaw-Challenge) bis hin zu Überlebens-Missionen (Survivalist Challenge), in denen echte Raubtiere wie Bären und Wölfe beim Sammeln von Kräutern attackieren.
Banküberfälle, Zug- und Postkutschenraub wurden noch nicht angekündigt, liegen aber eigentlich auf der Hand.
Schließlich werdet ihr in der Einzelspieler-Kampagne gleich mehrmals damit konfrontiert.
Selbst ausprobieren durften wir nur das Ausräuchern von Gangstern.
Der Ablauf ist relativ simpel.
Direkt aus der Lobby heraus mussten wir per Pfiff unsere Pferde beziehungsweise Esel herbeirufen, dem Wegpunkt zu einem verlassenen Wüstennest folgen und uns dort den Verbrechern stellen.
Schon auf dem Hinweg entbrannte ein Wettrennen, das durch das taktische Antreiben der Pferde und den idealen Laufweg für Spannung sorgte.
Die Missionen werden hierbei relativ dynamisch generiert.
Bei jedem Versuch starten die Bösewichter an einer anderen Stelle.
Mal müsst ihr eine Kirche säubern, dann wieder einen Saloon oder ein großes Herrenhaus.
Am Ende wartet dann der feindliche Anführer auf uns, der uns mit seinen Bodyguards besonders harte Feuergefechte liefert.
Leider macht die KI momentan noch nicht den besten Eindruck.
Die Computergegner reagieren zu langsam und nicht intelligent genug. Manchmal genügen ein einfacher Molotow-Cocktail oder eine Stange Dynamit, um gleich ein halbes Dutzend von ihnen auszuschalten.
Auch das Flankieren und Deckung suchen hakte, die Rockstar-Jungs betonten aber, dass die gezeigte Version noch aus dem Februar stammt und gelobten für die Vollversion Besserung.
Da die KI in der Einzelspieler-Version deutlich besser reagierte, eine durchaus glaubhafte Aussage.
Immerhin bekommt man auch in diesem Spielmodus für jeden Abschuss Erfahrungspunkte, die einen bis zu Level 50 aufsteigen lassen und Waffen, Pferde und Charaktermodelle freischalten.
Und Peng, kurz vor der Kiste erledigt und Punkt geklaut.
Nach diesem kurzen Ausflug in den Open-World-Multiplayer wurde es deutlich intimer.
Im Free-for-All-Goldrush muss jeder Spieler versuchen, auf der Karte verteilte Goldsäcke in Kisten abzulegen.
Den Anfang macht wieder einmal ein Shootout, doch nicht wie in der Team-Deathmatch-Variante mit zwei konurrierenden Posses, sondern in einem chaotischen Jeder-gegen-Jeden.
Der Sieger bekommt zwar nur einen kleinen Zeitvorsprung, trotzdem ein stilvoller Einstieg, der für Stimmung sorgt.
Und danach geht es ebenso wild weiter.
Bis zu zwei der wertvollen Säcke könnt ihr gleichzeitig herumschleppen.
Voll beladen werdet ihr aber deutlich langsamer und damit zur wandelnden Zielscheibe.
Durch das zufällige Auftauchen der Beute und der Spieler wirkte dieser Modus noch nicht richtig ausbalanciert.
Nichtsdestotrotz macht es einen Heidenspaß, die Konkurrenten kurz vorm Ziel abzuschießen und ihnen die sicher geglaubten Punkte abzujagen.
Auch die Standardwaffe, eine halbautomatische Mauser-Pistole mit zehn Schuss, scheint noch etwas zu stark.
Da Rockstar sich gerade aber gerade fleißig mit dem Balancing beschäftigt, dürften diese Probleme bis zum Release aus der Welt geschafft sein.
Das kleine Wüstennest Chuparosa diente als Schauplatz, der mit seinen großen Freiflächen und verstreuten Gebäuden für jede Menge Abwechslung sorgt.
Die Team-Variante erinnert unterdessen an klassische Capture-the-Flag-Gefechte.
Auf einer riesigen Mehrspieler-Karte mit zwei kleinen Dörfern als Basen versuchen die beiden Teams, dem Gegner Goldsäcke abzunehmen.
Durch die großen Entfernungen ist der Einsatz der Pferde Pflicht.
Noch dazu erweitern fest installierte Gatling-Geschütze und Kanonenstellungen die taktische Bandbreite.
Wirklich hübsch sind die Figuren selten, dafür aber schön finster.
Insbesondere eingespielte Teams werden sich in diesem Spielmodus harte Kämpfe liefern.
Denn kaum steigt man vom Pferd ab, um sich den Goldsack zu schnappen, ist man sich für die Verteidiger leichte Beute.
Das Ergebnis: Oft genügt ein erfolgreicher Diebstahl, um den Sieg zu sichern.
Am besten wurden aber die Feinheiten des Bewegungs-, Ziel- und Deckungssystems in den Deathmatch-Modi vermittelt.
Der Schauplatz: Die Kleinstadt Armadillo mit Holzhäusern, Kirchen und Scheunen.
Wie im Einzelspieler-Modus steuert ihr eure Figur aus der Schulterperspektive.
Auf Knopfdruck platziert ihr euch hinter einer Deckung und könnt so relativ geschützt auf den Feind ballern.
Außerdem beherrscht euer Charakter eine Ausweichrolle, die gerade auf offenem Feld einen Vorteil verschafft. Auf ein richtiges Auto-Aiming, wie bei Grand Theft Auto IV, wurde verzichtet.
Befindet sich das Fadenkreuz vor dem Anvisieren mit dem linken Abzug aber in der Nähe des Gegners, sitzt zumindest der erste Schuss, weil es automatisch zur aktuellen Position gelenkt wird.
Danach müsst ihr selbst nachjustieren, um den Gegner zu treffen.
Nach ein paar Partien stellte sich heraus, dass es einen Trick gibt, um sich dieses Semi-Auto-Aiming zunutze zu machen.
Gerade auf große Entfernung macht es Sinn, vor jedem Schuss den Gegner neu anzuvisieren.
Mit Repetier-Flinten erreicht man dadurch eine enorme Treffergenauigkeit und entsprechend beeindruckende Abschussraten.
Eure Lebensenergie regeneriert sich nach einer Weile, wie bei der Shooter-Konkurrenz. Mit jedem Abschuss steigert ihr außerdem eure Dead-Eye-Anzeige, die ihr aber auch über spezielle Kisten aufladen könnt.
Im Gegensatz zum Einzelspieler, in dem die Zeit gleichzeitig verlangsamt wird, könnt ihr im Mehrspieler-Modus mit dem Dead Eye gleich mehrere Ziele markieren und diese dann mit einer blitzschnellen Salve aus dem Weg räumen.
Da man für das Anvisieren aber etwas Zeit braucht, wirkt dieser Spezialangriff nicht übermächtig.
Gelingt die Attacke, ist das Ergebnis jedoch umso spektakulärer.
Spaß-Faktor Shootout: Nur wenige Sekunden bis die Hölle losbricht.
Verteilt im Stadtgebiet findet ihr außerdem Waffenkisten mit relativ starken Baller-Alternativen.
Selbst auf halbautomatische Schrotflinten und Scharfschützengewehre müsst ihr hier nicht verzichten.
Interessant wird das Ganze durch die Beweglichkeit eurer Spielfigur.
Wie in Grand Theft Auto IV könnt ihr kurze Strecken sprinten, über Hindernisse springen und auf Häuserdächer klettern.
Das kleine Wüstenstädtchen verwandelt sich so in eine gigantische Spielwiese, die viele taktische Feinheiten bietet.
Leider ist es dabei nicht immer einfach, die Richtung zu bestimmen, aus der ihr beschossen werdet.
Die Trefferanzeige ist zu ungenau und durch die für Deathmatch typischen, zufälligen Eintrittspunkte verwandeln sich die Auseinandersetzungen blitzschnell in reines Chaos.
Spaßig, aber nicht jedermanns Geschmack.
Genau wie bei Modern Warfare 2 werde ich mich auf Capture-the-Bag und den Free-Roam-Modus konzentrieren.
Ich hasse es, von hinten erschossen zu werden.
Technisch machte das Spiel einen runden Eindruck.
Zumindest im System-Link lief das Geschehen relativ flüssig ab und bis auf ein paar kleine Grafikfehler gab es wenig Probleme.
Überrascht war ich aber von den Unterschieden zwischen den verschiedenen Bildschirmen.
Während das Spiel auf dem großen Präsentations-LCD fantastisch aussah, schien mein „Mini“-32-Zoll-Samsung viele Details zu schlucken.
Zum Teil mag das an den Einstellungen liegen, trotzdem ist es immer wieder verblüffend, wie wichtig ein guter LCD ist, um das perfekte Ergebnis zu erzielen.
Vom Rücken eines Pferdes ist das Aiming deutlich anspruchsvoller.
Mir ist klar, dass die ganzen Superlative zu Red Dead Redemption nerven und ein wenig zu sehr nach Hype riechen.
Doch bis auf ein paar Kleinigkeiten gibt es auch am Multiplayer-Modus fast nichts auszusetzen.
Das meiste Potential besitzt klar der Free-Roam-Modus.
Die Deathmatch-Varianten spielt sich dank Euphoria-Physik-Engine, unverbrauchtem Szenario und Dead-Eye zwar erfrischend anders, sind mir ganz persönlich aber noch zu chaotisch.
Das gemeinsame Erkunden der beeindruckenden Spielwelt samt der Jagd nach Erfahrungspunkten ist da eine ganz andere Hausnummer.
Im Prinzip liefert Rockstar damit ein Mini-MMO ab, bei dem ihr mit 16 Spielern alle Freiheiten der kompletten Sandbox-Umgebung nutzen könnt. Anstatt euch in ein starres Korsett zu zwängen, werdet ihr hier selbst zum Game Designer.
Könnt Wettrennen veranstalten, euch im Zielschießen üben oder den besten Jäger auszeichnen.
Wenn Rockstar noch ein paar zusätzliche Teammissionen anbietet, etwa Banküberfälle oder Zugraub, wird aus dem netten Zusatzgimmick ein kaufentscheidendes Feature.
Kurz: Wenn es Rockstar gelingt, die letzten Balancing-Probleme und Grafikfehler aus der Welt zu schaffen, steht uns trotz der Querelen um das Entwicklerstudio ein absoluter Blockbuster ins Haus.
Und ja, ich muss gestehen, ich bin ein wenig gehypt.
Red Dead Redemption erscheint am 21. Mai 2010 für Xbox 360 und PS3.
Die PC-Version steht immer noch auf wackeligen Füßen und wird wahrscheinlich vom Erfolg der Konsolen-Variante abhängig gemacht.
Quelle: www.eurogamer.de










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r Teams gespielt und schon eine Menge Spaß dabei.








