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So finster die Nacht

Veröffentlicht: 11.06.2010 um 04:45 von XO Snatchy
Aktualisiert: 21.06.2010 um 16:21 von XO Snatchy



Zur Story:

Schweden im Winter kann ziemlich finster sein - erst recht, wenn man in der zubetonierten Stockholmer Trabantenstadt Blackeberg lebt. Tristesse pur.

Das Leben ist für den 12-jährigen Oskar (Kåre Hedebrant) aber nicht nur wegen des Wetters eine harte Nummer.
In der Schule wird er von einigen Klassenkameraden übel drangsaliert, und daheim wartet eine gestresste, alleinerziehende Mutter, die nur wenig Ver-ständnis für ihren in sich gekehrten Filius aufzubringen vermag.



Eines Abends trifft Oskar auf dem Spielplatz vor dem Haus Eli (Lina Leandersson), blass, barfuß und im Schlafanzug.
Doch Kälte scheint dem gleichaltrigen und mit einem penetranten Körpergeruch geschlagenen Mädchen nichts auszumachen.
Überhaupt sind Eli und ihr Vater recht merkwürdig.
Sofort, als sie in die an Oskars Zimmer angrenzende Wohnung gezogen sind, wurden alle Fenster der Wohnung mit Pappe verdunkelt.
Und die wenig gesprächige Eli lässt sich nur auf dem Spielplatz blicken, nachdem es Nacht geworden ist.
Davon lässt sich Oskar indes nicht beirren.
Er findet Eli faszinierend - Freunde hat er schließlich keine, und auf ihre Art ist das geheimnisvolle Mädchen ziemlich anziehend.



Als jedoch im Blackeberger Wald eine ausgeblutete Leiche gefunden wird und weitere Geschehnisse die Vorstadt erschüttern, keimt in Oskar ein Verdacht auf.
Könnte Eli ein Vampir sein?
Und was würde das ändern?


Fazit:

Als "So finster die Nacht" im Februar 2008 auf dem Göteborger Filmfestival uraufgeführt wurde, hat Tomas Alfredsons Verfilmung des schwedischen Bestsellers "Låt den rätte komma in" (zu Deutsch: "Lass den Richtigen eintreten") von John Ajvide Lindqvist für Begeisterung gesorgt und gleich zwei Hauptpreise gewonnen. Es folgten zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem auf dem renommierten New Yorker Tribeca Filmfestival.

Er bedient sich der Figuren des Coming-of-Age Films und der Dramaturgie des Liebesfilms, vor allem aber der durch die Populärkultur vermittelten Mythologie des Vampirismus.
Dabei zielt er nicht in erster Linie auf dessen Horrorwirkung.
Vielmehr bildet die Figur des Grenzwesens in ihren vielen Widersprüchen typisch jugendliche Befindlichkeiten ab.
Und zugleich bietet sie ganz traditionell eine Projektionsfläche für die Beziehung von Herrschaft und Knechtschaft.

Ein tolles Cast, ein stimmiger Ost im Hintergrund,
alles in allem ist dieser Film von einer einer strahlenden Schönheit, wie ich finde.
Und einer "hoffnungsvollen Traurigkeit", die einem lange nicht aus dem Kopf geht, geb 09/10

Übrigens soll Hollywood schon an einen Remake werkeln...

Hier der Trailer

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